Organe auf Knopfdruck: 3D-Print macht es möglich

Medizintechniker der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems starten Projekt zur Erzeugung von Gewebemodellen am 3D Drucker. Realisiert wird dies mit einer Kooperation von der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems (KL), der TU Wien und der ACMIT GmbH in Wiener Neustadt, wo die TU Wien und die KL selber “Shareholder” sind. Gefördert wird dieses Projekt durch die NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB), wo das Bundesland Niederösterreich der einzige Gesellschafter ist.

Als Vision kann man sehen, dass künftig Organe aus dem 3D-Printer kommen könnten. Vorerst wird aber der geplante Einsatzbereich dieser biologischen Gegenstücke vor allem in der Forschung und Medizinerausbildung liegen, bei der die Verwendung wertvoller Spenderorgane reduziert und komplizierte Eingriffe trainiert werden können.

Umfangreiche Analysen von Material- und Organeigenschaften stehen am Beginn des Projekts. Die so gewonnenen Daten werden dann “Rezepte” für 3D-Druckern liefern, die Materialeigenschaften “on demand” produzieren können.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Für das Üben mehr Realitätsnähe und perspektivisch können künftig Organe aus dem 3D-Printer kommen, womit auch beispielsweise dem illegalen Organraub die Geschäftsgrundlage entzogen werden könnte.

Aber vorerst ist man in der Phase der Gewinnung von Fundamentaldaten und bei der Entwicklung eines entsprechenden Computermodells, also praxisnahe Grundlagenforschung. Prof. Dieter Pahr: “Als Grundlage eines verbesserten 3D-Drucks für medizinische Modelle werden wir zunächst genau jene biomechanischen Eigenschaften identifizieren, die maßgeblichen Einfluss auf das gefühlte Gewebe- und Organverhalten haben. Daran anschließend werden wir untersuchen, welche Materialien sich für den 3D-Druck überhaupt eignen, was für Eigenschaften diese besitzen und welche realitätsnahen Mikrostrukturen druckbar sind.

Innovativ ist hier auch der stratgeische Ansatz, wonach es zu einer Verbindung von Materialforschung, medizinischem Know-how und Expertise in Erstellung von Computermodellen kommt.

Kritisch muss man anmerken, dass auf der Website des Unternehmens ACMIT, welches doch in einem sehr sensiblen Bereich wirkt, keine Ethikerklärung oder ein Nachhaltigkeitsbericht zu finden ist. Dass man sich dieser Herausforderunge bewusst ist, zeigt die Existenz einer “KOMMISSION FÜR SCIENTIFIC INTEGRITY UND ETHIK” der KF, wenn auch das allgemeine Statement eher schmalllippig wirkt: “Die KL bekennt sich zur Einhaltung der wissenschaftlichen und ethischen Standards in Forschung und Lehre. Zu diesem Zweck wurde gemäß Satzung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (Stand: 25.1.2016) eine Kommission für Scientific Integrity und Ethik eingerichtet, der ein/e Vertreter_in des Rektorats, ein/e Vertreter_in des Fachsenats, ein/e Vertreter_in des wissenschaftlichen Personals, ein/e externe/r Jurist_in, ein/e externe/r Mediziner_in, ein/e externe/r Naturwissenschafter_in sowie ein/e Ethiker_in angehören.

 

Bioprinting startete bereits im Jahr 2000. Wesentliche Heausforderung ist es, die Herstellung von Blutgefäßen. Weitere Anwendungsfelder sieht man im synthetischem Bioprinting, wo also verschiedene Lebensformen zusammengeführt werden via 3D-Bioprint und schließlich in der Lebensmittelindustrie; hier geht es vor allem um die Herstellung von Fleisch, worin man große Hoffnung setzt, da so der Co2-Abdruck redutiert werden könne. Der derzeit einzige kommerzielle Bioprinter wird von der Firma Organovo angeboten.

 

 

 

Computeranimation Herz Titelbild: DrJanaOfficialEigenes Werk CC Wikipedia

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