USA: Disruption der Lieferketten aufgrund von Corona hält an und hinterlässt tiefe Spuren

Als Nachfolgeerhebung zu den am 11. März veröffentlichten Umfrageergebnissen hat das Institute for Supply Management® (ISM®) heute seine zweite Forschungswelle zu den Auswirkungen von COVID-19 auf Unternehmen und ihre Lieferketten veröffentlicht.

Die Erkenntnisse spiegeln den Input wider, den das ISM® zwischen dem 17. und 30. März vor allem von in den USA ansässigen Unternehmen gesammelt hat.

Insgesamt wird erwartet, dass in Reaktion auf das Coronavirus die Einnahmen und Investitionsausgaben der Organisationen sich erheblich verringern werden. Die Auswirkungen beginnen sich in immer mehr Organisationen zu verfestigen.

Aus den Umfrageergebnissen geht hervor, dass fast die Hälfte (47%) der Befragten von einer Senkung der Umsatzziele um durchschnittlich 22 Prozent berichten, während 36% von einer Senkung der CAPEX-Pläne um durchschnittlich 27 Prozent berichten.

Zu den Branchen, die steigende Einnahmen erwarten, gehören jedoch u.a. die Lebensmittel-, Getränke- und Tabakindustrie (+8,8%), der Großhandel (+0,3%) und Management of Companies & Report Services (+17,5%).

Die Mehrheit (57%) gab an, dass die Nachfrage nach ihren Produkten im Durchschnitt um fünf Prozent zurückgegangen ist. Alternativ dazu trifft eine erhebliche Nachfrage auf die Branche Gesundheits- und Sozialfürsorge (+50%), wie die Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zeigt, selbst wenn die Umsatzziele um -30% angepasst werden.

“Einheimische und globale Unternehmen befinden sich inmitten rascher Veränderungen in der Lieferkettenplanung, im Betrieb und im Bestandsmanagement, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken”, sagte Thomas W. Derry, Chief Executive Officer von ISM. “Die Daten deuten darauf hin, dass die Unternehmen selbst dann, wenn sie sich auf Lieferunterbrechungen einstellen – selbst in Erwartung einer Normalisierung der Lieferbedingungen bis zum dritten Quartal – mit einer geringeren Gesamtnachfrage in diesem Jahr rechnen, was die nachhaltigste Auswirkung des Virusausbruchs sein dürfte”.

Anfang März glaubten mehr als 80 Prozent der Befragten, dass ihre Organisation aufgrund der COVID-19-Unterbrechungen gewisse Auswirkungen erfahren würde. Bis Ende März stieg dieser Anteil auf 95 Prozent der Organisationen, die von Unterbrechungen der Coronavirus-Versorgungskette betroffen sein werden oder bereits waren.

Schwerwiegende Unterbrechungen der Versorgungskette wurden in mehreren Regionen in unterschiedlichem Ausmaß festgestellt. Anfang März berichteten sechs Prozent von schwerwiegenden Unterbrechungen in ihren Lieferketten im Allgemeinen.

Ende März wurden schwerwiegende Störungen in Nordamerika (9 % der US-Versorgungsketten, 6 % der Versorgungsketten in anderen Teilen Nordamerikas), Japan und Korea (jeweils 17 % der Befragten), Europa (24 % der Befragten) und insbesondere China (38 % der Befragten) gemeldet.

Quelle/Sender: Institute for Supply Management® (ISM®)