TÜV-Verband fordert mehr Sicherheitskontrollen bei den rund 30.000 Windenergieanlagen

Erneuerbare Energien sind unsere Zukunft. Umso wichtiger ist es jetzt, Windräder mit regelmäßigen Prüfungen sicherer zu machen, um die Menschen besser zu schützen und die Akzeptanz für die Erneuerbaren zu erhalten“, sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands.

Wer hat nicht von Unfällen wie abknickende Türme, berstende Rotorblätter oder Brände nach Blitzschlag gehlrt. Windenergieanlagen sind ein Sicherheitsrisiko für Menschen und Umwelt, zumal Windparks immer näher an Straßen und Siedlungen heranrücken. Der TÜV-Verband fordert daher, Windkraftanlagen wie Tankstellen, Aufzüge oder Druckbehälter in den Regelungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung aufzunehmen und mindestens alle zwei Jahre nach verbindlicheren Vorgaben zu überprüfen.

Nach dem Jahr 2004 errichtete Anlagen müssen laut den geltenden Richtlinien alle zwei Jahre überprüft werden. Allerdings können die Betreiber diesen Zeitraum auf vier Jahre verlängern, wenn sie die Anlage regelmäßig warten. Dies führt dazu, dass in der Realität nur alle vier Jahre geprüft wird. Dieser Zeitraum sei aus Sicht des TÜV-Verbands eindeutig zu lang. Zudem gibt es keine Vorgaben zur Kompetenz und Unabhängigkeit der Sachverständigen. Darüber hinaus müssten die Prüfinhalte konkretisiert werden, so der kritische Befund des TÜV.

Problem Altanlagen

Ein weitaus größeres Problem stellen die Altanlagen dar, die vor dem Jahr 2004 gebaut worden sind, so der TÜV in seiner Aussendung. Diese wurden nach der seinerzeit gültigen Richtlinie aus dem Jahr 1993 errichtet, die keine wiederkehrenden Prüfungen vorsieht, moniert der Verband.

Der TÜV-Verband fordert daher von der Bundesregierung, Windenergieanlagen in den Regelungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung aufzunehmen. Darin würde unter anderem festgelegt, wie häufig die Windenergieanlage überprüft werden muss, welche Qualifikation die Sachverständigen erfüllen und was die Prüfer bei den Kontrollen im Detail untersuchen müssen. Anders als bei einer Wartung der Anlagen müssten die Betreiber nachweisen, dass die Prüfungen stattgefunden haben. Zudem könnten die Sachverständigen dazu verpflichtet werden, ihre Erkenntnisse aus den Prüfungen im Rahmen eines Erfahrungsaustausches zu teilen. “Diese Praxis hat sich bei sicherheitskritischen Anlagen seit mehr als 150 Jahren bewährt“, sagte Bühler.

Zur Nachhaltigkeit gehört eben auch die regelmäßige Prüfung.

 

 

 

 

 

(Quelle/Aussender: TÜV-Verband)

Leave a Reply