Wirkstoff gegen Anthrax von der TU München

Anthrax-Alarm löst massive Schutzmaßnahmen aus, da der Kontakt mit dem Milzbrand-Erreger, ausgelöst durch das Bakterium Bacillus anthracis, fast immer tödlich endet und er sich als Biokampfstoff sehr gut eignet. Der Milzbrand-Erreger kann heute nur mit Antibiotikum bekämpft werden, jedoch ist das Gift, welches er im Körper abgibt, die eigentliche Gefahr. Wird die Infektion zu spät erkannt, kann sie oft tödlich enden. “Der Erreger des Milzbrands ist ein aerobes und sporenbildendes Stäbchenbakterium. Das vom Erreger produzierte Milzbrandtoxin ist hochgiftig. Die Sporen können unter Umständen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überleben”, wird die Gefahr auf Wikipedia kompakt beschrieben. Diese gefahr braucht Eisen aus dem Körper des Infizierten.

Ein Team um Professor Arne Skerra an der Technischen Universität München (TUM) setzt an diesem “Schwachpunkt” an und hat eine neuartige biochemische Strategie entwickelt, um den Anthrax-Bazillus zu hindern, das für ihn lebensnotwendige Eisen aufzunehmen, indem sein spezieller Eisen-Komplexbildner neutralisiert wird. Da sich der Milzbrand-Erreger erst durch den Zugang zum Element Eisen im Körper verbreitet, sollte dies eine effektive Behandlung der lebensbedrohlichen Infektion ermöglichen.

Das neu entwickelte Petrocalin fängt Petrobactin ab und entzieht damit dem Milzbranderreger den Zugang zum lebensnotwendigen Eisen, was wie ein Protein-Antibiotikum wirkt“, sagt Skerra – „in Kooperation mit Professor Siegfried Scherer vom Lehrstuhl für Mikrobielle Ökologie konnten wir jüngst beweisen, dass dieser Ansatz in Bakterienkulturen funktioniert.“, so Skerra in der Aussendung der TUM. Skerras Ansatz eröffnet einen neuen Behandlungsweg von Milzbrand-Infektionen, indem die Ausbreitung des Bakteriums im Körper des Patienten effektiv unterdrückt wird.

 

 

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