Emissionsvolumen am deutschen IPO-Markt: -46%

Auch wenn der IPO-Markt Deutschland mit einem – global betrachtet – mittleren Pauckenschlag endete, so muss man dioch sagen, dass die Warnsignale nicht deutlicher sein können.

Der Pauckenschlag: Das Softwareunternehmen TeamViewer wagt sich aufs Parkett und spielt dabei rund 1,97 Milliarden Euro ein – der größte Börsengang eines Technologieunternehmens in Deutschland seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Damit stellt TeamViewer auch das Erstlisting von Traton, der LKW-Sparte von VW, in den Schatten, die Ende des zweiten Quartals mit 1,35 Milliarden Euro debütierte. Und das war es auch schon.

Abgesehen von diesen beiden Groß-Transaktionen herrscht Flaute auf dem deutschen IPO-Markt: In den ersten neun Monaten des Jahres gingen nur vier Unternehmen an die Frankfurter Börse und spielten dabei rund 3,5 Milliarden Euro ein.

Das Emissionsvolumen liegt 46 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, als bis Ende September 14 deutsche Unternehmen debütiert hatten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Analyse „Emissionsmarkt Deutschland“, für die das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC vierteljährlich die Aktienneuemissionen sowie Kapitalerhöhungen an der Börse Frankfurt erfasst.

Und auch die Kapitalaufnahme ist de-facto zusammengebrochen und dies schon auf niedrigem Niveau. Unverständlich, denn gerade jetzt brauchen Unternehmen dringend Kapital für die notwendige Kapitalisierung. So fasst PwC zusammen: Auch in puncto Kapitalerhöhungen fiel das dritte Quartal schwach aus: Nur fünf Unternehmen erhöhten zwischen Juli und September 2019 ihr Kapital.

Im ersten Quartal taten dies noch 14 Unternehmen, im 2. Quartal immerhin elf. Das Volumen der Kapitalerhöhungen erreichte im dritten Quartal 645 Millionen Euro, wobei der Immobilienkonzern Aroundtown mit seiner Kapitalerhöhung für 93 Prozent des Gesamtvolumens verantwortlich war. Für die ersten neun Monate des Jahres liegt das Volumen der Kapitalerhöhungen rund 65 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Quelle: PwC