House of One (Berlin) begründet sein Kuratorium

Das House of One hat diesen Montag sein Kuratorium als beratendes Gremium in einem virtuellen Onlineakt begründet statt wie ursprünglich vorgesehen im Roten Rathaus zu Berlin. Die Verlegung des Formates vom analogen in den digitalen Raum ist der Coronoa-Pandemie geschuldet.

Die evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien, von der die Initiative ausging, die Jüdische Gemeinde zu Berlin, im Verbund mit dem Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg, und die muslimische Dialoginitiative Forum Dialog e.V. haben sich 2015 gemeinsam auf diesen Weg gemacht.

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama kann man als eine der treibenden Kräfte dieses Vorhabens erachten. In der Rubrik Aktuelles auf der Website des House of One heißt es: “Es (das House of One; Anm.) ist bereits heute ein Ort, an dem sich Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen versammeln und sich untereinander austauschen. (…) Dialogprojekte wie das House of One sind gerade in Zeiten wie diesen, wo sich Übergriffe auf religiöse Einrichtungen wie Synagogen oder von sich religiös verortenden Mördern wie in Frankreich häufen, dringend notwendig.”

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hatte anlässlich der Gründungssitzung ein Statement geschickt: „Interreligiöse Verständigungsprojekte wie das House of One spielen eine wichtige Rolle. Bei den vorhandenen Unterschieden der großen monotheistischen Religionen betonen sie die Gemeinsamkeiten und schaffen Räume, um sich kennenzulernen und besser zu verstehen. (…) Ein friedliches, kreatives Miteinander von Judentum, Christentum und Islam mitten in Berlin, inmitten dieser, auch politisch alles andere als ruhigen Zeit. Das Konzept hat mich persönlich überzeugt.

Die Aufgabe des Kuratoriums wird die eines kritischen Begleiters und Beraters sein und sich jährlich treffen für thematischen Schwerpunktsetzungen.

Netzwerk der House of One: Von Tblissi bis Haifa

Im Zuge der Gründung des Kuratoriums berichtet das House of One auch über ein entstehendes Netzwerk von Housees of One: Schon viele Jahre unterhält das House of One (Berlin) etwa intensive Beziehungen etwa in die Zentralafrikanische Republik, wo ebenfalls ein Mehrreligionenhaus entstehen soll. In Tblissi, der Hauptstadt von Georgien, ist das House of One mit der multireligiösen Peace Cathedral verbunden und im Haifa (Israel) ist ein House of One in Form einer Gartenanlage geplant. Religionswissenschaftler Mouhanad Khorchide plädierte dafür, dieses Engagement auch auf die arabische Halbinsel auszuweiten.

Der Dialog ist unser zentrales Anliegen“, sagte Rabbiner Nachama. Das House of One ist einer Kultur der Gewaltlosigkeit, der Ehrfurcht vor dem Leben sowie der Gleichberechtigung verpflichtet, so das Selbstverständnis im Wortlaut. „Das Schönste aber ist, vielleicht auch als Ermutigung für andere, dass Pfarrer Hohberg, Imam Sanci und ich über die Jahre Freunde, oder vielmehr Glaubensgeschwister im besten Sinne des Wortes geworden sind.“, so Rabbiner Nachama.

Mitglieder des Kuratoriums

Michael Müller – Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender des Kuratoriums

Gunther Adler – Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes, vorher Staatssekretär im Bundesinnenministerium

Hetty Berg – Direktorin des Jüdischen Museums Berlin

Hartmut Dorgerloh – Generalintendant des Humboldt-Forum in Berlin

Markus Grübel – Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit

Joachim Hake – Direktor der Katholischen Akademie e.V. in Berlin

Walter Homolka – Rabbiner, Professor für jüdische Theologie, Rektor des Rabbinerseminars Abraham Geiger Kolleg in Potsdam und Mitgründer des House of One

Ercan Karakoyun – Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung und Mitgründer des House of One

Mouhanad Khorchide – Professor für Islamische Religionspädagogik und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster

Ulrich Khuon – Intendeant des Deutschen Theater Berlin

Heiner Koch – Erzbischof des Erzbistums Berlin

Hamideh Mohagheghi – Religionswissenschaftlerin am Institut für Islamische Theologie an der Universität Paderborn sowie Sprecherin des Rates der Religionen in Hannover

Kaweh Niroomand – Sprecher der “Initiative Berliner Proficlubs” und im Präsidium des  Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI)

Hermann Parzinger – Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Bernd Scherer – Intendant des Haus der Kulturen der Welt in Berlin

Josef Schuster – Präsident des Zentralrat der Juden in Deutschland

Eric Schweitzer – Vorstandsvorsitzender der ALBA Group und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)

Emmanuel Sfiatkos – Bischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Vorsitzender des Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg

Christian Stäblein – Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Christian Wulff – Bundespräsident a. D.