Weizmann Institute (Israel): Neue Wege die Wüste grün zu machen. Entschlüsselung des mikrobiotischen Genoms

In den letzten Jahren hat die Mikrobiota von Pflanzen – Bakterien und Pilze, die auf Blüten, Erde, Wurzeln und Blättern zu finden sind – zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen, da Wissenschaftler immer mehr über die bedeutende Rolle lernen, die diese Elemente in Ökosystemen spielen: Von der Beeinflussung des Pflanzenwachstums bis hin zum Schutz vor eindringenden Krankheitserregern.

Entschlüsselung des mikrobiotischen Genoms

Aufgrund von zu wenigen Probenahmen und fehlender Forschung ist das Wissen der wissenschaftlichen Gemeinschaft über pflanzliche Mikrobiota in vielen Geländearten, wie z.B. in der Wüste, jedoch begrenzt. Die Erforschung dieses Bereichs könnte eine ungenutzte Ressource aufdecken, die so reichhaltig ist wie der Boden darunter – die Entdeckung von Bakterien- und Pilzarten, die zur Entwicklung verbesserter biotechnologischer Werkzeuge und Methoden mit Auswirkungen auf die personalisierte Humanmedizin führen könnte.

Das 2018 gestartete Pflanzenmikrobiomprojekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Prof. Ziv Reich (Vizepräsident des Weizmann-Instituts) von der Abteilung für Biomolekularwissenschaften und dem Davidson Institute of Science Education. An dem Projekt beteiligt ist auch Dr. Noam Shental von der Informatikabteilung der Open University. Die Mission des Projekts ist ehrgeizig: Es soll eine vollständige genomische Bibliothek des Pflanzenmikrobioms der Region zusammengestellt werden.

2000 Studenten sammeln Proben ein

Neben der Erstellung einer umfassenden Mikrobiomdatenbank bietet das Programm eine gesunde, lehrreiche Erfahrung für Schüler und Lehrer – eine Aktivität, bei der sie zusammenkommen, interagieren und von Spitzenwissenschaftlern lernen können – und gleichzeitig der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Das Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren 2.000 Teilnehmer zu erreichen – und die Datenbank zu vervollständigen.

Es wird hier Grundlagenforschung betrieben. Ergebnisse im Sinne angwendbarer neuer Methoden sind in einigen Jahren zu erwarten. Ohne solche Grundlagenforschung jedoch, wird es keine neue Methoden geben.

Sender/Quelle (gekürzt, gruppiert): Weizmann Wonder World