Die brennendsten Probleme arabischer Bürger Israels seien nach einer Umfrage die Beseitigung von Kriminalität und Gewalt (51,9%) und die Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit (13,4%). Also, soziale Probleme und kaum politische Probleme: Nur 2,7 % der arabischen Bürger Israels seien der Meinung, dass eine politische Lösung mit den Palästinensern für arabische Israelis die dringendste Frage darstelle, so in einer aktuellen Presseaussendung der Tel Aviv University,
Die Umfrage wurde vom Konrad-Adenauer-Programm für jüdisch-arabische Zusammenarbeit am Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies der Universität Tel Aviv in Zusammenarbeit mit dem Israel-Büro der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung initiiert.
Die Umfrage wurde vom Stat-Net Research Institute unter der Leitung von Yousef Makladeh durchgeführt. Die Daten wurden im Zeitraum vom 19. bis 26. November 2020 im Rahmen einer in arabischer Sprache durchgeführten Telefonumfrage bei einer repräsentativen Stichprobe der erwachsenen arabischen Bevölkerung (ab 18 Jahren) erhoben. Größe der Stichprobe: 500.
Eine Mehrheit von 65% der arabischen Bürger Israels befürworte die Gründung einer arabisch-jüdischen politischen Partei für die nächsten Wahlen. Und in der Studie wird dazu weiter ausgeführt: “Die Idee, vor den nächsten Wahlen zur Knesset eine arabisch-jüdische Partei zu gründen, findet in der arabischen Gemeinschaft eine relativ hohe Unterstützung (64,8%). Aufgrund der geteilten Meinungen über die Leistung der MKs in der Gemeinsamen Arabischen Liste wird die Wahlbeteiligung in der arabischen Gemeinschaft bei den nächsten Wahlen voraussichtlich nicht hoch sein (55,6%): 51,6% der Befragten sind der Meinung, dass sie gut abschneiden, während 45,4% der Meinung sind, dass sie es nicht sind.“

Die Normalisierungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und dem Sudan wird positiv gesehen: Im Gegensatz zur Gemeinsamen Liste (dem wichtigsten politischen Bündnis, das im Selbstverständnis arabische Israelis in der Knesset vertrete) unterstütze eine Mehrheit der arabischen Bevölkerung (61,8%) die Abraham Verträge.
Die Hauptüberlegungen, die hinter dieser Unterstützung stehen, sind laut Umfrage wirtschaftlicher Natur (26,0%) sowie die Hoffnung, dass Israel nicht länger als fremdes Element in der Region angesehen werde (11,7%) und dass die jüdische Öffentlichkeit mehr Verständnis für die arabische Kultur und Zivilisation aufbringe (7,4%), so in Zusammenfassung aus der der Presseaussendung.
Die COVID-19-Krise: Die meisten Befragten (61,6%) gaben an, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verschlechtert habe; ein Drittel gab an, dass sie sich in einer extremen finanziellen Notlage befänden. Rechte von Homosexuellen (LGBT): 1 von 3 Befragten sprach sich dafür aus, die Rechte der Homosexueller anzuerkennen.