Tel Aviv University: Überleben der Spezien // Survival of Species: Wer mehr Nachwuchs hat, überlebt // Whoever has more offspring survives

Forscher der Universität Tel Aviv waren an einer neuen internationalen Studie beteiligt, die eine Änderung der weithin akzeptierten Theorie zum Aussterben von Tierarten vorschlägt – indem sie den Fokus von der Körpergröße des Tieres auf seine Fortpflanzungsfähigkeit verlagert.

Die Forscher fanden Lücken und Inkompatibilitäten zwischen Säugetieren und Amphibien in der Beziehung zwischen Körpergröße und Aussterberisiko: Während große Säugetiere eine geringere Anzahl von Nachkommen pro Geburt gebären, was zu einem höheren Aussterberisiko führt, legen größere Amphibienweibchen mehr Eier, was die Bedrohung der Art verringert. Die Ergebnisse der Studie wurde in der Fachzeitschrift Global Ecology and Biogeography veröffentlicht.

Prof. Meiri erklärt, dass das beschleunigte Aussterben der Artenvielfalt weltweit eine der drängendsten Herausforderungen der heutigen Menschheit ist. Daher hat für Wissenschaftler im Zeitalter der globalen Erwärmung und der rasanten Zerstörung natürlicher Lebensräume das Verständnis der Faktoren, die den Prozess des Aussterbens vorantreiben, eine sehr hohe Priorität.

Die Aussterbetheorie, die sich bisher in der wissenschaftlichen Welt durchgesetzt hat, behauptet, dass größere Arten einem größeren Risiko des Aussterbens ausgesetzt sind. Dieser Ansatz wird durch die hohe Anzahl großer und bekannter Tiere gestützt, die tatsächlich vom Aussterben bedroht sind, wie z. B. Nashörner und Wale. Eine widersprüchliche Tatsache, die sich mit dieser Theorie nicht erklären lässt, ist jedoch, dass über 40 % der Amphibienarten, wie Frösche, Kröten, Salamander und Molche, trotz ihrer geringen Körpergröße gefährdet sind – und zwar mehr als alle anderen Wirbeltiere.

Während bei anderen Tieren die Zahl der Nachkommen mit zunehmender Körpergröße abnimmt, ist dies bei Amphibien nicht der Fall. Die Forscher fanden heraus, dass die Weibchen der kleineren Amphibien, wie z.B. Regenfrösche (Eleutherodactylus), weniger Nachkommen pro Gelege produzieren, im Vergleich zu größeren Arten wie dem Amerikanischen Ochsenfrosch (Lithobates), der jedes Mal bis zu 80.000 Eier legt. Daher können schädliche Auswirkungen auf eine Generation von kleinen Amphibien aufgrund der Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums ihre Population drastisch reduzieren und die Gefahr des Aussterbens erhöhen.

English Summary

Tel Aviv University researchers were involved in a new international study that proposes a change to the widely accepted theory of species extinction – by shifting the focus from the animal’s body size to its ability to reproduce.

The researchers found gaps and incompatibilities between mammals and amphibians in the relationship between body size and extinction risk: while large mammals give birth to a smaller number of offspring per birth, leading to a higher risk of extinction, larger female amphibians lay more eggs, reducing the threat to the species. The results of the study were published in the journal Global Ecology and Biogeography.

Prof. Meiri explains that accelerated extinction of biodiversity worldwide is one of the most pressing challenges facing humanity today. Therefore, in this age of global warming and rapid destruction of natural habitats, understanding the factors that drive the process of extinction is a very high priority for scientists.

The extinction theory that has so far gained acceptance in the scientific world asserts that larger species are at greater risk of extinction. This approach is supported by the high number of large and well-known animals that are actually at risk of extinction, such as rhinos and whales. However, a contradictory fact that cannot be explained by this theory is that over 40% of amphibian species, such as frogs, toads, salamanders, and newts, are at risk despite their small body size-more than any other vertebrate.

While in other animals the number of offspring decreases as body size increases, this is not the case in amphibians. The researchers found that females of smaller amphibians, such as rain frogs (Eleutherodactylus), produce fewer offspring per clutch, compared to larger species such as the American bullfrog (Lithobates), which lays up to 80,000 eggs each time. Therefore, harmful impacts to a generation of small amphibians due to the destruction of their natural habitat can drastically reduce their population and increase the risk of extinction.

Sender/Source: TAU (selected and adapted and translated into german with no warrant by Glocalist)