Ein Tag, der ohne Schwerverletzte und Tote vergeht, gilt bereits als Wunder – ein Wunder, das zu selten geschieht!
So wie die Hohen Feiertage in ihre gewohnte Normalität gleiten, so hat sich die israelische Öffentlichkeit an eine neue, ja seltsame Normalität gewöhnt: Auf den morgendlichen Terroranschlag folgt die nachmittägliche Terrorattacke mit Autos, und dazwischen wälzt sich ein beständiger Nachrichtenfluß, der über von Arabern verübte Gewalttaten in Judäa, Samaria und Jerusalem berichtet.
Ein Tag, der ohne Schwerverletzte und Tote vergeht, gilt bereits als Wunder – ein Wunder, das zu selten geschieht!
Während Sukkot kamen zwei weitere Namen auf die furchtbare Liste jener, die durch arabische Terroranschläge gefallen sind: Noa Lazar und Ido Baruch. Möge ihr Andenken – und weitere 24 Opfer des Jahres 2022 – ein Segen sein. Wir trauern um sie.
Für all jene, die alt genug sind, um sich an die wahrlich verrückten Tage des „Friedens“-Prozesses von Oslo erinnern zu können, ist die Dynamik der aktuellen Terrorwelle und ihre gleichermaßen entstellenden Reaktionen auf diese – von „nichts Neues!“ bis „wer ist heute das Opfer?“ – schrecklich vertraut.
Jüngere Menschen fühlen sich vielleicht an den Wahnsinn der 2000er Jahre erinnert. Wie auch immer, es ist ein grausames Da Capo, bestellt von Abu Mazen und Co.
Dieser Eindruck ist aber weit mehr als nur ein Bauchgefühl oder eine bloß übertriebene Reaktion, getragen und ausgelöst durch die Traumata der Vergangenheit: Nach Angaben von ’Shin Bet’ (Israel Security Agency) war der September von 254 Terroranschlägen, zwei Todesopfern und 14 Verletzten geprägt.
Diese schlossen sich der Liste von 3.702 dokumentierten Terroranschlägen in Judäa und Samaria in der ersten Hälfte des Jahres 2022 an, wie ’Retter ohne Grenzen’ (Hatzalah Yosh), der Ersthelfereinheit, die jeden barbarischen Mordversuch dokumentiert, berichtet.

Dieser Monat ist ein Monat der Barmherzigkeit und der Vergebung und er ist noch nicht vorbei; aber er bricht bereits alle trauigen Rekorde des Terrorismus: 20 mit Schußwaffen ausgeführte Terrorattacken allein an den ’Halbfeiertagen’ (Chol HaMoed) von Sukkot und Dutzende Terrorattacken mit Steinen.
Angesichts dieses Tsunamis der Gewalt fragen sich viele zu Recht, was Verteidigungsminister Benny Gantz in den letzten Wochen eigentlich gemacht hat. Gantz, der gerne ein Image als „Mr. Defense“ im Angesicht der immer näher rückenden Wahl pflegt, hat bisher kein Wort verloren.
Tatsächlich ist die plötzliche Sprachlosigkeit von Gantz weder überraschend noch neu. Es ist ein nur wenig anderer Zugang, eine Variante, zu einem allzu bekannten Phänomen: die illegale Annexion von israelischem Staatsland.
Beide Probleme sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Sowohl Terrorismus als auch Landraub zielen darauf ab, uns aus unserem Heimatland zu vertreiben und an unserer Stelle einen palästinensischen Staat zu errichten – genau, wie es die Palästinensische Autonomiebehörde bei jeder Gelegenheit erklärt.
Die beiden Phänomene unterscheiden sich nur in ihrer Praxis, weil die Steine, die beim illegalen Bauen verwendet werden, nicht in unmittelbarer Absicht stehen zu morden; die Steine werden verwendet, um Schicht für Schicht Fakten auf dem Boden zu schaffen: Die Errichtung eines palästinensischen Staates.
Es besteht ein klarer und unbestreitbarer Zusammenhang zwischen der absichtlichen „selektiven Blindheit“ gegenüber illegalen Bauten und der Politik des „Absorbierens“ von Steinwürfen und dem steten Strom von Terror und versuchten Terroranschlägen von Arabern.
In Summe zeigt diese Politik, dass die gegenwärtige Regierung eine bewusste Entscheidung getroffen hat, nämlich die Unterstützer des Terrorismus – die Mitglieder der gegenwärtigen Scheinkoalition sind – zu umarmen, um dem Vorhaben zur Errichtung jüdischer Siedlungen mit täglich brutaler Zerstörung von jüdischen Häusern auf den Bergen Samarias und Judäa zu schaden.
Die aktuelle Regierung fördert einen palästinensischen Staat im Herzen Israels. Dies geschieht beispielsweise durch die Genehmigung palästinensischer Bauanträge zur Erweiterung von Dörfern auf Kosten des israelischen Staatslandes, durch eine Erklärung am Podium der Vereinten Nationen oder durch die Entscheidung, das Gesetz gegen illegale Bautätigkeit nicht durchzusetzen, die die Palästinensische Autonomiebehörde in einem fieber- und alptraumhaften Tempo durchführt.
Dieser fruchtbare Boden wurde durch Verteidigungsminister Gantz sorgfältig aufbereitet und die Früchte reifen nun.
Wir sehen einen starken Anstieg des Terrorismus, der einhergeht mit einem starken Zuwachs illegaler Bautätigkeiten und illegaler Landnahmen durch die Palästinensische Autonomiebehörde.
Regavim
Regavim ist eine israelische NGO, die seit Jahren illegale arabische Bautätigkeiten in Zone C dokumentiert. Sie warnt vor der bevorstehenden Annexion von Judäa und Samaria durch die Palästinensische Autonomiebehörde.

Als sich in den letzten Monaten unsere Beschwerden bei der Zivilverwaltung über illegale Neubauten in einem beispiellosen Tempo zu häufen begannen, begannen wir zu vermuten, dass etwas Neues in der Luft liegt.
Als wir eine vollständige Kartierung des Territoriums durchführten, wurden unsere Befürchtungen bestätigt: Die Rate der illegalen palästinensischen Bautätigkeit in Zone C hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt.
Die Daten sind klar und eindeutig: Jeden Tag werden durchschnittlich 15 neue illegale Gebäude errichtet. Die meisten davon sind massive, mehrstöckige Backsteinbauten. Viele davon sind palastartige Residenzen mit Swimmingpools und Whirlpools in den Höfen.
Während ich dies schreibe, übersteigt die Gesamtzahl illegaler arabischer ’Strukturen’ in Zone C rund 80.000. Festzuhalten ist, diese ’Konstruktionen’ befinden sich in Zone C, die unter vollständiger israelischer Gerichtsbarkeit steht und nicht in den Zonen A und B, die unter der Kontrolle der Palästinensische Autonomiebehörde stehen.
Vor unseren Augen hat sich die Schlacht um die Zone C von Judäa und Samaria, die ein Mikrokosmos, eine Vorwegnahme der Schlacht um den Staat Israel als Ganzes ist, von Zementmischern und Olivenbäumen hin zu Feuergefechten transformiert.
Erst vor wenigen Tagen geriet der Feldkoordinator von Regavim unter Beschuss, als er ein illegales Bauobjekt am Stadtrand von Kiryat Arba inspizierte. Zum Glück blieben er und der ihn begleitende Gemeindeangestellte unverletzt. Allein ihre schnelle Reaktion rettete ihnen das Leben und verhalf der IDF schließlich, den Terroristen festzunehmen.
Dieser erschreckende Vorfall ist nur einer von vielen in einer langen Liste von Terroranschlägen aus jüngster Zeit. Terroranschläge, die von den vielen illegalen ’Strukturen’ aus gestartet werden und mehr als Alarmglocken sind. Es sind dröhnende Alarmsirenen, die die Apathie und Selbsttäuschung jedes Israelis durchdringen sollten.
Der palästinensische Staat nimmt vor unserer Nase Gestalt an und stellt bereits heute eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel dar.

Der Autor MEIR DEUTSCH ist Generaldirektor von Regavim, einer israelischen gemeinnützigen Organisation (NGO), die sich dem Schutz der Landressourcen und der Souveränität Israels verschrieben hat.
Weiterführender Link auf VonNaftali > Bericht über Report von Regavim
Original in Englisch publiziert auf Jerusalem Post. Mit Einwilligung des Autors in das Deutsche übersetzt und auf VonNaftali publiziert. Im Zweifel gilt das englische Original.