DAX-30 Unternehmen nutzen CSR zu wenig: Diesel-Gate ist Hauptsünder

Zahlreiche DAX-30-Unternehmen weisen Schwachpunkte bezüglich ihrer Nachhaltigkeitsleistung auf, so die zentrale Erkenntnis des „Good Company Rankings 2018“, das zum sechsten Mal von der Hamburger Beratungsagentur Kirchhoff Consult und der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Mazars erstellt worden ist.

 

Besonders schwer wiegt hier das Versagen der deutschen Autoindustrie, die keine Antwort auf die Diesel-Krise gefunden hat. So fasst das “Good Company Ranking 2018” zusammen: Anders als beim letzten Good Company Ranking 2016 gehörten jedoch Automobilhersteller aufgrund der immer noch nicht oder nur halbherzig aufgearbeiteten Dieselskandale in diesem Jahr allerdings klar zu den Verlierern und landeten auf den hinteren Plätzen.

 

Weitere Verschlechterungen im Ranking seien in der Banken- und Versicherungsbranche auszumachen, so das Ranking. Hauptursachen seien, die mutatis mutandnis auch für andere Branchen durchaus zutreffend sein können: “…eine stark unterdurchschnittliche Kapitalmarktperformance, Reputationsverluste durch massiven Stellenabbau, eine unzureichende oder veraltete Personalarbeit oder schlicht das Fehlen einer zukunftsgerichteten Personalstrategie.

 

Viele Unternehmen unterschätzen dies und betrachten Nachhaltigkeit und CSR nach wie vor als “nice to have” und übersehen dabei, dass vor allem große institutionelle Anleger genau auf die Performance hinsichtlich Nachhaltigkeit achten: CSR ist heute nicht mehr ‚nice to have’. Immer mehr Investoren, darunter der Staatliche Pensionsfonds Norwegens als größter institutioneller Investor, investieren ihr Geld vor allem unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit der Unternehmen. Dies stellt auch die DAX-30-Unternehmen vor neue Herausforderungen, denen sie nur bedingt gerecht werden“, so Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und CEO der Kirchhoff Consult AG.

 

Grundlage für das Ranking waren testerte Berichte der jeweiligen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017. Das Ranking wurde wissenschatlich geleitet von Prof. Dr. Edeltraud Günther (Technische Universität Dresden), Prof. Dr. Nick Lin-Hi (Universität Vechta), Prof. Dr. Christian Scholz (Universität des Saarlandes) und Prof. Dr. Henning Zülch (HHL Leipzig Graduate School of Management).

 

Die 30 größten börsennotierten Gesellschaften Deutschlands erhielten für ihre Nachhaltigkeitsleistung im Durchschnitt nur 57,0 von 100 Punkten.  Platz 1 belegt die Deutsche Telekom (65,2) gefolgt von Adidas (63,7), SAP (61,2), Merck (61,0) und Henkel (60,5). Die niedrigsten Bewertungen erreichten Volkswagen (53,0), Fresenius Medical Care (51,6), RWE (50,8), Munich RE (48,7) und die Commerzbank (46,5).

 

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