Partnerschaften zwischen Startups und DAX-Unternehmen haben sich verfünffacht

Das sogenannte Ecosystem und seine Schaffung ist ohne Zweifel zu einem der wichtigsten strategischen Instrumenten der DAX-Unternehmen geworden. Das Kapital, das in die Hand genommen wird, lässt sich freilich nicht vergleichen mit Silicon Valley.

Aber es ist ein Anfang, wenn auch es nun wesentlich stärkerer Anstrengungen bedarf; und auch mehr Mut zum Scheitern. Denn nicht jedes Start-up kann ein “Einhorn” sein.

Dazu Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes: „Der Blick in die USA zeigt, dass große amerikanische Technologie-Unternehmen, wie Facebook oder Google, bei den Kooperationen mit innovativen Startups sehr aktiv sind. Deutsche Unternehmen müssen nun nachziehen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

In der Aussendung führt der Bundesverband Deutscher Startups e.V. aus: Prof. Dr. Julian Kawohl und Andrej Welsch von der HTW Berlin haben gemeinsam mit dem Startup-Verband die Zusammenarbeit zwischen Startups und DAX-Unternehmen untersucht.

Die Studie analysiert die Startup-Kooperationen, -Investments und -Übernahmen durch die DAX-Unternehmen und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Startups und den DAX-Unternehmen über diese Ansätze in den vergangenen fünf Jahren verfünffacht haben.

Besonders häufig kooperieren DAX-Unternehmen mit Startups, die ein innovatives Geschäftsmodell verfolgen (77%). Die Studie zeigt außerdem, dass die Aktivitäten zur Zusammenarbeit mit Startups unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

So liegt die IT & Telekommunikationsbranche mit etwas mehr als einem Drittel vorne (31%) gefolgt von Finanzdienstleistungen (21%), Medien (16%) und der Automobilwirtschaft (14%). Die vier aktivsten DAX-Unternehmen (Deutsche Telekom, ProSiebenSat. 1 Media, SAP und BMW) vereinen zudem mehr als die Hälfte aller Zusammenarbeitsformate mit Startups.

Alibi-Veranstaltungen

Prof. Dr. Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, warnt vor Aktionismus und Alibi-Veranstaltungen: „Um erfolgreich digitale Ökosysteme und Plattformen zu etablieren, wie es Apple, Microsoft, Samsung und Co vormachen, ist eine Kooperation und Öffnung nach außen für die DAX-Konzerne ein absolut notwendiger Ansatz. Unsere Studie zeigt, dass Startups mit ihrem Skalierungs- und Wachstumpotenzial hierbei eine tragende Rolle für die etablierten Unternehmen spielen können. Damit Corporate-Startup-Partnerschaften nicht nur als Digitalisierungs-Aktionismus und Alibi-Veranstaltung enden, müssen die DAX-Konzerne sich selbst aber noch schneller verändern. Auch und insbesondere der Mittelstand und Familienunternehmen sollten zudem vermehrt in der Zusammenarbeit mit Startups aktiv werden, bevor die Tanzkärtchen der digitalen Transformation verteilt sind.

 

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