Musikindustrie: Kommt nach dem Streaming die Blockchain?

Wie schon auf Glocalist berichtet, wird Blockchaintechnologie zu einem Hebel für die neuerliche Transformation der Musikindustrie und damit perspektivisch wohl auch der Filmindustrie, denn Blockchain erlaubt soetwas wie eine globale Urheberdatenbank, womit viele der heutigen Probleme sich lösen würden.

Steht der Branche eine erneute Disruption bevor?

Dieses Szenario ist zumindest nicht unwahrscheinlich, zeigt eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zur Bedeutung der Blockchain-Technologie im Musikgeschäft. Demnach könnte die Blockchain – also jene hoch gewettete neue Technologie, die den Aufbau dezentraler Datenbanken ermöglicht – die Wertschöpfungskette in der Branche grundlegend verändern.

Dass die auch als „Distributed Ledger“ bezeichnete Technologie einen derart tiefgreifenden Einfluss auf die Musikindustrie haben könnte, mag auf den ersten Blick überraschen. Schließlich wird über das disruptive Potenzial der Blockchain bislang eher in der Finanz- oder in der Energiebranche diskutiert. Indes, so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland: „Schon jetzt gehen manche Experten davon aus, dass es die Unterhaltungs- und Medienindustrie – und hier speziell die Musikbranche – ist, die relativ gesehen ein besonders großes Wachstumspotenzial bietet.

Kommt mit der Blockchain endlich die globale Urheber-Datenbank?

Davon betroffen wäre zum Beispiel das Thema Rechteverwertung. „Sollte die Blockchain-Technologie in einigen Jahren ausgereift sein, lassen sich mit ihrer Hilfe theoretisch sämtliche Musiklizenzen weltweit sicher festschreiben – womit die bislang komplexen Abrechnungsprozesse weitgehend automatisiert werden könnten“, sagt PwC-Experte Ballhaus. Damit könnten auch die Verwertungsgesellschaften zunindest für den digitalen Bereich überflüssig werden.

Die große Chance für die Musikindustrie bestehe nun darin, „die Zuwächse beim Streaming mit jenen Effizienzgewinnen zu verknüpfen, die sich in den nächsten Jahren durch die Blockchain ergeben dürften“, so Ballhaus. Ein Beispiel: Bislang sind Anläufe zum Aufbau einer einheitlichen, globalen Datenbank für Urheber- und Leistungsschutzrechte gescheitert. Dadurch ist mitunter schwer festzustellen, wem in der Musikindustrie welche Tantiemen zustehen. Audiostreamingdienste sind daher Klagen von Musikverlagen ausgesetzt, die gegen eine unrechtmäßige Verwendung der Rechte ihrer Künstler vorgehen. Auf Basis des geplanten neuen EU-Urheberrechts dürften sich ähnliche juristische Maßnahmen auch gegen Social-Media-Plattformen im Internet richten.

Daneben werden vereinzelt bereits weitere Einsatzmöglichkeiten erprobt. So stellte die bekannte isländische Musikerin Björk zuletzt ein komplettes Album auf einer Blockchain bereit, für das Fans dann mit einer sogenannten Kryptowährung zahlen können.

Die Blockchain bietet der Branche ganz neue Möglichkeiten der Monetarisierung. Für etablierte Unternehmen birgt die Entwicklung neben Chancen aber möglicherweise auch Risiken. Denn einige Blockchain-Start-ups versuchen jetzt schon, klassische Dienstleistungen in der Musikindustrie neu abzubilden.“, so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland

 

 

 

 

 

 

(Aussender/Quelle: PwC)

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