Alles fließt, aber wohin? Big Data aus Deutschland gibt Antwort

Darauf gibt das Weltdatenzentrum Abfluss (Global Runoff Data Centre, GRDC) Antwort. Das Zentrum bündelt qualitätsgeprüfte Information von über 7.000 Flüssen aus 161 Ländern in einer Datenbank. Die BfG betreibt damit die umfangreichste Sammlung von Abflussdaten weltweit.

Globales Wasserwissen in einer Datenbank

Welcher Anteil des Niederschlags gelangt in Bäche und Flüsse und wie viel fließt davon in welcher Zeit schließlich ins Meer? Hauptaufgabe des GRDC ist die weltweite Beschaffung, Harmonisierung, Speicherung und Bereitstellung sogenannter historischer Abflussdaten. Historische Daten sind in der Hydrologie keine „veralteten“, sondern nach der Messung von den jeweiligen nationalen Eignern geprüfte und gegebenenfalls korrigierte Werte. Das macht die Daten für Wissenschaft und anwendungsorientierte hydrologische und klimatologische Studien besonders wertvoll.

Das Weltdatenzentrum verwaltet Zeitreihen von täglichen und monatlichen Abflusswerten, die an rund 10.000 Messstationen erfasst werden. Insgesamt umfasst die Datenbank Messwerte aus rund 415.000 Abflussjahren mit einer durchschnittlichen Zeitreihenlänge von 43 Jahren. Die frühesten Daten sind über 200 Jahre alt und stammen aus dem Jahr 1807.

Eine weitere Aufgabe des Datenzentrums ist die Mitarbeit bei der Weiterentwicklung internationaler Standards zum hydrologischen Datenaustausch, Datenstrukturen und Metadaten. Darüber hinaus arbeitet das dreiköpfige GRDC-Team an der Erstellung und Pflege globaler anwendungsbezogener Datenprodukte und abflussbezogener Geoinformationen. Diese können teilweise frei über die Homepage des GRDC abgerufen werden. Die Abflussdaten sind ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verfügbar und werden nach vorheriger Anmeldung und Authentifizierung kostenfrei bereitgestellt.

Big Data in der Wissenschaft

„Das GRDC hat sich als zuverlässiger Datenlieferant und Partner bei der Erforschung des Klimawandels und bei der Bewirtschaftung grenzüberschreitender Gewässer und Einzugsgebiete bewährt“, sagt Dr. Birgit Esser, Leiterin der BfG. Es besteht ein wachsender Bedarf nach umfangreichen und aktuelleren Datenbeständen, um die globalen, regionalen und lokalen hydrologischen und umweltbezogenen Fragestellungen zu adressieren.

Dies zeigen auch die zunehmenden Anfragen des GRDC, die im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent anstiegen. „In den kommenden Jahren wird sich der Arbeitsschwerpunkt des Weltdatenzentrum Abfluss verschieben und die Rolle als Vermittler von geprüften hydrologischen Informationen noch größer werden“, sagt die BfG-Leiterin.

Das GRDC wird damit auch in den kommenden Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur globalen Klimaforschung und als Datenlieferant für die internationale Forschungsgemeinschaft leisten.

 

 

 

 

(Quelle/Aussender: BfG)

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