Deutschland will nach den Sternen greifen und jammert mal herum. So geht nicht Innovation.

Da wo Israel schon längst ist, will Deutschland auch hin. Man sehe im Zeitalter der Digitalisierung die Zukunft im Weltraum, so der Präsident des BDI.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert daher von der Bundesregierung, die staatlichen Raumfahrtinvestitionen massiv aufzustocken und die Voraussetzungen für den Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland zu schaffen.

Man muss sich freilich fragen, warum will es deutsches Industrieunternehmertum nicht einfach mal selber stemmen, statt wieder nach dem Staat und damit nach der Börse des Bürgers zu rufen. Hier will man einfach mehr unternehmerisches Risiko sehen, bevor der Büger zuzahlen soll.

BDI-Präsident Dieter Kempf verlangt, sich gegenüber den USA für eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin für die Rückkehr zum Mond im Jahr 2024 einzusetzen, was nach dem maximalen Zerbrechen von politischen Porzellan durch die Deutsche Bundesregierung nur sehr schwer vorstellbar ist. Und Mond, hatte man schon. Jetzt blickt man darüber hinaus.

„Raumfahrt ist für Deutschland und seine Industrie im digitalen Zeitalter von zentraler Bedeutung“, sagte Kempf am Freitag in Berlin, was ohne Zweifel stimmt und daher wohl selber von Industrie in Angriff genommen werden sollte, statt andere in die Pflicht zu nehmen.

Deutschland liege im internationalen Vergleich lediglich auf Rang acht, der Anteil dieser Investitionen am BIP beträgt laut BDI nur 0,05 Prozent. „Die Bundesrepublik sollte das nationale Programm für Raumfahrt und Innovation von nur 285 Millionen Euro auf das Niveau des französischen Weltraumbudgets von mehr als 700 Millionen Euro erhöhen“, forderte Kempf. Wobei, 700 Millionen sind ein Betrag, den die deutsche Industrie wohl noch selber wird aufbringen können. Diese Summe wird sich doch auf dem Kapitalmarkt auftreiben lassen.

Es geht um die zunehmenden Kommerzialisierung der Raumfahrt, New Space genannt, wo auch hier Deutschland und Deutschlands Industrie einfach mal wieder den Anschluß verpassen dürfte.

Man wartet auf Subventionen, die da so in dieser Höhe nicht kommen werden, hat wertvolle Zeit vertan und kommt darauf, dass der Rückstand noch größer geworden ist und man nun noch mehr Geld braucht. Eine Negativspirale getragen durch Angst und Risikoarmut.

Die Bundesregierung solle die Voraussetzung für den Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland schaffen und eine deutsche Trägerrakete für kleine Nutzlasten durch Ausschreibung und Auftragsvergabe fördern, Ersteres ist grundsätzlich nicht falsch ist, zweiters sollte die deutsche Industrie selber stemmen. In Israel oder USA und anderswo wird es aber einfach mal gemacht.

„Wenn Deutschland keine Möglichkeit schafft, werden neue Systeme von anderen europäischen Staaten starten“, sagte der BDI-Präsident. In den kommenden Jahren würden immer mehr Megakonstellationen mit zum Teil 12.000 Satelliten im erdnahen Orbit entstehen, die zum Beispiel weltweiten Internetzugang ermöglichen sollen. Der Bedarf an kleinen Trägerraketen massiv steigen.

In Summe, Problem richtig erkannt, jetzt einfach machen, statt auf den Staat zu warten. Selber investieren.

Die Berliner Weltraumerklärung finden Sie hier.