“Der Lohnstückkostenunterschied zwischen dem Euroraum und Deutschland ist im Jahr 2018 auf acht Prozent gestiegen. Damit rückt Deutschland im internationalen Ranking auf Platz sechs vor. Folglich haben deutsche Industrieunternehmen höhere Arbeitskosten je Arbeitnehmerstunde im Verhältnis zur Produktivität als die meisten anderen Länder. Noch kostenintensiver ist die Produktion nur in Norwegen, Kroatien, Großbritannien, Frankreich und Estland. Außerhalb der europäischen Grenzen produzieren Unternehmen in den USA und Japan deutlich günstiger als in Deutschland”, so das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zusammenfassend.
Hauptkostentreiber bleibt der Staat und das Kranken- und Sozialversicherungssystem, ohne dass deswegen ein Mehr an Leistungen und Geld für den Arbeitnehmer über bleiben. Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit stellt sich mehr als ein Widerspruch zwischen jenen, die Werte schaffen, und jenen, die diese an sich nehmen ohne nennenswerte Mehrleistung. Es dürfte so mehr der Widerspruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf der einen Seite und Bürokratie und Staat auf der anderen Seite sein.
Das IW kommt zu dem Befund: “Bei den Arbeitskosten hat das Ausland indes einen Kostenvorteil von 24 Prozent. Insgesamt kann die hohe Produktivität in Deutschland daher die hohen Arbeitskosten nicht ausgleichen.” Studienautor Christoph Schröder weiter: „Für deutsche Unternehmen wird es immer schwieriger, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.“ Eine Verbesserung der konjunkturellen Situation ist nicht in Sicht. Forderungen nach höheren Löhnen stellen deutsche Unternehmen vor ein Problem: Wenn die Beschäftigung weiterhin hochgehalten werden soll, können Löhne nicht gleichzeitig weiter angehoben werden., so das IW.
Oder, als Alternative gedacht: Der Staat senkt seine Steuerschrauben dramatisch. Als ein Staat mit einer der höchsten Steuerquoten der Welt, aktuell Platz 3 (und ohne in allen staatlichen Leistungen Platz 3 zu liefern), wird es Zeit für eine Umverteilung von Staat zu Unternehmen und Bürgern.
Quelle: IW