Zoomin (Israel) fundet 21 Millionen USD für Content-Transformation: Information als SaaS.

Das israelische Unternehmen Zoomin gilt als einer der führenden Anbieter für Wissensorchestrierung. Zoomin gab bekannt, dass das Unternehmen 21 Millionen USD eingeworben hat, angeführt von den Investoren Bessemer Venture Partners, Salesforce Ventures und Viola Growth.

Die Finanzierung ermöglicht es Zoomin, seine Aktivitäten in den USA und EMEA zu skalieren, um die steigende Marktnachfrage nach seinen Lösungen zu befriedigen, wobei sich das Wachstum des Neugeschäfts in diesem Jahr vervierfachen wird.

Gal Oron, CEO und Gründer von Zoomin: “Ich bin begeistert zu verkünden, dass Zoomin 21 Millionen US-Dollar von Bessemer Venture Partners, Salesforce Ventures und Viola Growth, einigen der visionärsten Investoren der Welt, erhalten hat. Diese Investition ist ein Vertrauensbeweis für unsere Vision.

Technischer Produkt-Content ist eine wichtige strategische Ressource, die von Kunden in jeder Phase ihrer Product Journey genutzt wird. Es macht ca. 70 % des Web-Traffics auf Unternehmenswebsite und E-Mails aus.

Doch der isolierte Ansatz bei der Erstellung und Bereitstellung bedeutet, dass Unternehmen diese wichtigen Informationen nicht einfach für Kunden zugänglich machen, wenn diese sie am meisten benötigen.

Kunden haben oft Mühe, sich in einem verwirrenden Labyrinth von Informationen zurechtzufinden, die über eine Reihe von Kanälen verstreut sind. Kunden verstehen so oft nicht das volle Potenzial der Produkte, die sie nutzen. Zoomin verwandelt diese technischen Produktinhalte in ein leichtes, intuitives und personalisiertes Self-Service-Erlebnis, so Zoomin

Man kann dies durchaus positiv sehen, denn wer kennt nicht das Lost in Web auf den verschiedensten Unternehmenswebsite, die mehr wie ein Kundenabwehrdienst wirken. Das Selfservice hat jedoch auch seine Nachteile, denn schnell wird daraus ein “Mach Deinen Scheiß Doch Selber, Kunde“-Prozess, für den man dann auch noch bezahlt.

In Staaten, wo die Grundmentalität der Servicewüste dominiert und Bräsigkeit die vorherrschende Kundenansprache ist, wie eben in Deutschland und Europa allgemein, sind solche Systeme wahrscheinlich weniger geeignet. Ihre Vorteile können sich sogar in Nachteile verwandeln.

Hingegen in einer Wirtschaft, wo tatsächlich der Kunde im Mittelpunkt steht, bietet Zoom ernorme Vorteile. Nach Eigendarstellung orchestriert Zoomin automatisch Inhalte aus beliebigen Quellen, um personalisierte Produktantworten auf allen wichtigen Stakeholder-Kanälen zu liefern, die Dokumentations-Sites, Kundenservice-Portale, Support-Communities, Produktanwendungen und mehr umfassen.

Mit fortschrittlichen Analysen, die jede Interaktion mit Inhalten erfassen, geben datengesteuerte Erkenntnisse Aufschluss über das Nutzerverhalten, strategische Lücken und Chancen. Diese Erkenntnisse helfen Unternehmen, intelligentere Entscheidungen im gesamten Unternehmen zu treffen, vom Produkt über den Kundenerfolg bis hin zu Support, Marketing und Vertrieb, und das alles auf der Grundlage der vorhandenen Inhalte, so Zoomin in der aktuellen Pressemitteilung.

Die Nachfrage nach skalierbaren Self-Service-Wissenslösungen ist während der COVID-19-Krise in die Höhe geschnellt, was kaum überrascht, da Unübersichtlichkeit, Remote-Arbeit und schnelle Veränderungen einen dringenden Bedarf an besserem Kundensupport geschaffen haben. Nicht alle Unternehmen haben da nachgezogen. Sie sparen lieber nach wie vor beim Kundensupport, was sich bitter rächen wird.

Dabei wären hervorragende Perspektiven gegeben: Ein radikal verbessertes Benutzererlebnis hat Zoomin-Kunden geholfen, vermeidbare Support-Tickets um bis zu 40 % zu reduzieren, zufriedenere Kunden mit einem 17 %igen Anstieg des Net Promoter Score (NPS) zu schaffen und eine digital ausgerichtete Support-Kultur mit einem Anstieg der Content-Nutzung um 320 % zu entwickeln, so die beeindruckenden Zahlen nach Eigenangabe von Zoomin.

Um dieses Potential auf die Piste zu bringen, müssen aber Unternehmen imho eine entsprechende kunden- und serviceorientierte Unternehmensphilosophie aufweisen, was leider nur sehr wenige Unternehmen in Europa, besonders in Deutschland, haben.

Zuerst gilt es daher, die Hausaufgaben zu machen. So wie auch Unternehmen, bevor sie AI und Big Data einführen, einmal ihre Mitarbeiter in den Basics der Bürosoftware schulen und ihre IT-Landschaft mal auf den Stand der Dinge bringen sollten, wie auf Glocalist ausgeführt.