DIHK fordert Notfallfonds für Kleinstunternehmen und Selbstständige. Sie werden gerade unter den Bus geworfen.

Spät, aber doch nimmt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Misere für Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmen in den Blick, die aktuell völlig unter den Rost zu fallen scheinen, wie auf GLOCALIST kommentiert und mit einem Praxisbericht unterlegt.

So fordert daher der DIHK einen sofort aufzulegenden Notfallfonds. “Bei diesen Unternehmern fällt der Umsatz über Nacht drastisch, manchmal bis auf null“, sagt Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und weiter: “Und sie wissen aktuell nicht, wann sie wieder Aufträge bekommen und diese annehmen dürfen.

In vielen Fällen würden die betroffenen Kleinbetriebe in dieser Situation auch keinen Kredit bekommen, gibt der DIHK-Präsident zu bedenken. “Deshalb brauchen wir jetzt sehr schnell einen staatlichen Notfallfonds, der diesen Kleinstunternehmerinnen und -unternehmern unbürokratisch für die kommenden Wochen und Monate Überbrückungsgelder beziehungsweise direkte Hilfe zum Lebensunterhalt auszahlt.

Ob die Konstruktion des Fonds der richtige Weg ist, kann man hinterfragen und ob diese angedachte Fondskonstruktion nicht noch weitere robuste Instrumente braucht, denn beispielsweise mit Überbrückungsgeld für ein oder zwei Monate ist und kann es nicht getan sein und ist zu kurz gedacht.

Problem für viele EPU ist es auch, dass gerade die Monate März bis Mai entscheidende Monate für die Akquise sind. Diese fallen flach. Und nicht wenige EPU können ihre bisherige Akquisetätigkeit in die berühmte Tonne werfen, denn die potentiellen Aufträge wurden gestrichen. Bei EPU geht es so eher um Hilfe für ein verlorenes Jahr 2020 und 2021.

Wenig hilfreich ist auch die Fehlkonstruktion in der sozialpolitschen Architektur, die es EPU nicht ermöglicht, ja ausschließt, freiwillig in das Arbeitslosenversischerung einzuzahlen, wie Gunter Haake von der Gewerkschaft Ver.di richtig in der DIE WELT anmerkt.

Betroffen sind davon je nach Schätzung zwischen 2 bis 2,3 Millionen Unternehmen, die der Bundesregierung bis dato egal sind und augenscheinlich nicht in den Sinn kommen. Es ist sicher keine Randgruppe, die man mal vergessen hat, sondern eine Gruppe, wo sich sehr rasch grundsätzliche Fragen der sozialen Architektur und Sozialversicherungssystem aufwerfen.

Eine Kartoffel, die sehr heiß ist und niemand recht angreifen möchte. Ein Notfall-Fonds ist da eine Notfall-Lösung, aber mal besser als gar nichts, sofern es rasch, einfach und unbürokratisch geht.