Digitalisierung im Gesundheitswesen kann bis zu 34 Milliarden Euro einsparen

Ein Betrag, der sich ohne Zweifel nachhaltig auswirkt und gegebenfalls teilweise für andere Maßnahmen wie Personalausbau und Sanierung von Krankenhäuser verwendet werden kann. Deutschland hinke der Digitalisierung nach.

Durch den Einsatz digitaler Technologien könnten im deutschen Gesundheitswesen bis zu 34 Mrd. Euro jährlich eingespart werden. Dies entspricht rund 12% der gesamten jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten von zuletzt 290 Mrd. Euro.

Das größte Nutzenpotenzial bieten dabei die elektronische Patientenakte und elektronische Rezepte sowie webbasierte Interaktionen zwischen Arzt und Patient. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel “Digitalisierung im Gesundheitswesen: die Chancen für Deutschland”. McKinsey hat für die Studie auf Basis von mehr als 500 internationalen Forschungsdokumenten das Verbesserungspotenzial von 26 digitalen Gesundheitstechnologien analysiert und in Experteninterviews überprüft.

Die drei Topmaßnahmen wären:

(1) Umstellung auf papierlose Datenverarbeitung (9,0 Mrd. Euro)

(2) Online-Interaktionen, z.B. durch Teleberatung (8,9 Mrd. Euro)

(3) Arbeitsabläufe/Automatisierung, z.B. durch die mobile Vernetzung vom Pflegepersonal oder die auf Barcodes basierte Verabreichung von Medikamenten (6,1 Mrd. Euro)

 

Deutschland in der Digitalisierung abgehängt

 

Die Studie zeigt auch, wer von der Digitalisierung im Gesundheitswesen am meisten profitiert: 70% des erreichbaren Nutzens kommen bei den Leistungserbringern zugute, also vor allem Ärzten und Krankenhäusern. 30 Prozent landen bei den Krankenversicherungen. “Das räumt das alte Argument vieler Leistungserbringer gegen die Digitalisierung aus, dass sie ihnen außer Arbeit nichts einbrächte“, stellt Stefan Biesdorf fest.

Digitale Lösungen senken aber nicht nur Kosten, sie können auch Probleme entschärfen. Teleberatungen beispielsweise werden der Studie zufolge den Personalmangel insbesondere in ländlichen Regionen abmildern. Außerdem haben sie ein Nutzenpotenzial von bis zu 4,4 Mrd. Euro.

Die Möglichkeit für Patienten und Ärzte, eine virtuelle Beratung durch Spezialisten in Anspruch zu nehmen, könne den Zeitaufwand für Arzt- und Facharztbesuche erheblich reduzieren und den Bedarf an niedergelassenen Spezialisten, insbesondere in ländlichen Gebieten, reduzieren.

Dort könne die mobile Anbindung von Pflegepersonal die Versorgung weiter verbessern. Mit einer digitalen Lösung hätten die Pflegekräfte ortsunabhängig vollen Zugriff auf Patienteninformationen und könnten Befunde unterwegs über Tablets dokumentieren. Somit wäre eine effiziente, kontinuierliche Versorgung und Überwachung der Patienten in der ambulanten Pflege gewährleistet.

Im europäischen Vergleich ist Deutschland bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen abgehängt“, stellt Volker Amelung fest, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care (BMC). An finanziellen Mitteln und technologischen Voraussetzungen fehle es nicht. Es sei allein eine Frage der Haltung. “Im deutschen Gesundheitswesen gibt es viele Akteure, für die der Status-quo besser ist als die Veränderung durch die Digitalisierung.

 

Download Studie HIER

One thought on “Digitalisierung im Gesundheitswesen kann bis zu 34 Milliarden Euro einsparen

  1. Gut in der Theorie, in der Praxis hoch problematisch. Theoretisch ist es sicher, aber in der Praxis durchaus zu hacken. Und wer legt schon Wert darauf, dass all seine Gesundheitsdaten frei im Netz verfügbar sind? Dem würde ich nur dann zustimmen, sofern es eine “opt out” Variante gibt, bei der dann nichts, aber auch gar nichts, auf einem Computer eingegeben werden darf, geschweige denn gespeichert.

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